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Credit Spread – Warum er für Anleger wichtig ist
Ein Credit Spread (auch Bonitätsrisikoaufschlag oder Kreditrisikoprämie) ist der Renditeaufschlag, den der Emittent einer risikobehafteten Anleihe (z.B. ein Unternehmen) zusätzlich zu einer als sicher geltenden Anleihe (z.B. einer Staatsanleihe mit höchster Bonität) zahlt. Er entschädigt Investoren für das übernommene Ausfall- und Bonitätsrisiko. Das Ausfallrisiko beschreibt das Risiko, dass der Schuldner (Emittent) der Anleihe seinen Zahlungs- und Tilgungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann (1). Der Inhaber der Anleihe, also der Anleger, erleidet in diesem Fall Teilverluste bis hin zum Totalverlust.
Was der Credit Spread aussagt
- Risikoanzeiger: Je höher der Credit Spread einer Anleihe, desto riskanter schätzen die Marktteilnehmer den Schuldner ein. Der Anleger verlangt eine höhere Entschädigung für die Gefahr, dass das Unternehmen zahlungsunfähig werden könnte.
Wirtschaftliche Lage: Ausweitende (steigende) Spreads am Markt signalisieren meist wirtschaftliche Unsicherheit oder eine Verschlechterung der Unternehmensfinanzen. Verengen (sinken) sich die Spreads, herrscht Optimismus und die Anleger vertrauen auf die Zahlungsfähigkeit der Schuldner
Ein Beispiel zur Veranschaulichung
Bundesanleihen gelten als sehr sichere Anlagen. Sie werden von Ratingagenturen mit hoher oder höchster Bonität bewertet. Zum Beispiel stuft S&P Global Ratings Bundesanleihen mit der Bestnote „AAA“ ein (2). Aktuell wirft eine Bundesanleihe mit fünfjähriger Restlaufzeit eine Rendite von rund 2,6 Prozent pro Jahr ab (3).
Bei einer Unternehmensanleihe der Mercedes Benz Group AG mit gleicher Restlaufzeit liegt die Rendite bei rund 3,4 Prozent(4). Der Credit Spread liegt in diesem Fall bei 0,8 Prozentpunkten (oder 80 Basispunkten). Diese 0,8 Prozentpunkte sind der Preis, den das Unternehmen für seine schlechtere Bonität im Vergleich zum Staat zahlen muss. S&P Global Ratings stuft die Mercedes Benz Group mit „A“, also um zwei Stufen schlechter ein als Bundesanleihen.
Auf das Rating kommt es an
Credit Spread und Rating sind eng miteinander verknüpft: Das Rating bewertet die Bonität (Ausfallwahrscheinlichkeit) eines Schuldners. Es gilt: Je schlechter das Rating, umso höher der Credit Spread.
Warum ist der Credit Spread für Anleger wichtig?
Für Anleger ist der Credit Spread eine entscheidende Maßgröße, um zu prüfen, ob das eingegangene Risiko einer Anleihe durch eine ausreichend hohe Verzinsung kompensiert wird. Ein hoher Spread lockt zwar mit mehr Rendite, birgt jedoch gleichzeitig eine erhöhte Ausfallgefahr.
Quellen: (1) Gabler, Wirtschaftslexikon (2) Bundesrepublik Deutschland Finanzagentur GmbH, Ratings der Bundesrepublik Deutschland, Stand: 12. Juli 2026 (3) Deutsche Bundesbank, Kurse und Renditen börsennotierter Bundeswertpapiere, Stand: 12. Juli 2026 (4) Mercedes Benz Group AG, Anleiheübersicht, Stand: 12. Juli 2026
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Risikohinweise:
Wertpapiere unterliegen Kursschwankungen und damit sind Kursverluste bis zum Totalverlust möglich. Zudem besteht ein Emittentenrisiko. Bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten können Verluste bis zum Totalverlust eintreten. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Bei Performanceangaben handelt es sich um Bruttowertangaben, bei denen Provisionen, Gebühren und andere Entgelte nicht berücksichtigt werden. Falls Kurse in Fremdwährung notieren, kann die Rendite infolge von Währungsschwankungen steigen oder fallen.