Kunden-Login

Bollinger-Bänder: Was Anleger über den beliebten Chart-Indikator wissen müssen

Bollinger-Bänder: Was Anleger über den beliebten Chart-Indikator wissen müssen

Bollinger-Bänder sind ein von John Bollinger in den 1980er Jahren entwickeltes Instrument der technischen Analyse. Sie zeichnen drei Linien um den Kurs eines Wertpapiers:

  • mittleres Band: meist ein gleitender Durchschnitt der letzten 20 Perioden/Handelstage
  • oberes Band: gleitender Durchschnitt plus typischerweise zwei Standardabweichungen*
  • unteres Band: gleitender Durchschnitt minus typischerweise zwei Standardabweichungen

* Die Standardabweichung ist ein statistisches Maß dafür, wie stark die Werte einer Datenreihe (Kursreihe) im Durchschnitt vom Mittelwert abweichen.

 

Die Bollinger-Bänder zeigen:

  • wie stark ein Kurs schwankt (Volatilität)
  • ob der Kurs relativ zu seiner jüngeren Entwicklung hoch oder niedrig liegt
  • ob der Markt in eine Phase starker oder schwacher Bewegung übergeht

 

So lesen Anleger die Bollinger-Bänder:

  • Breite Bänder: Die Kursschwankungen sind groß; die Volatilität ist hoch.
  • Enge Bänder: Die Schwankungen sind gering. Eine besonders enge Phase wird häufig als „Bollinger Squeeze“ bezeichnet und kann einer stärkeren Bewegung vorausgehen – sagt aber nicht zuverlässig deren Richtung voraus.
  • Kurs am oberen/unteren Band: Wenn der Kurs das obere Band erreicht, gilt dies oft als Zeichen für eine Überkauft-Situation, während das Unterschreiten des unteren Bandes auf eine Überverkauft-Situation hindeuten kann. Dennoch sollten die Bänder stets im Zusammenhang mit weiteren Indikatoren betrachtet werden, um Fehlsignale zu vermeiden.

 

Ein Beispiel zur Veranschaulichung

Angenommen, bei einer Aktie liegt der 20-Tage-Durchschnitt bei 100 Euro und deren Standardabweichung beträgt 5 Euro.

Dann gilt:

  • mittleres Band: 100 Euro (20-Tage-Schnitt)
  • oberes Band: 110 Euro (100 Euro + 2 x 5 Euro)
  • unteres Band: 90 Euro (100 Euro - 2 x 5 Euro)

 

Wenn der Kurs bei 108 Euro steht, befindet er sich nahe am oberen Band.

Wenn er bei 91 Euro steht, befindet er sich nahe am unteren Band.

Was bedeutet es, wenn sich die Bänder verengen?

Angenommen:

Phase 1:

  • oberes Band: 110 Euro
  • unteres Band: 90 Euro
  • Bandbreite: 20 Euro

Phase 2:

  • oberes Band: 103 Euro
  • unteres Band: 97 Euro
  • Bandbreite: nur 6 Euro

Die Bänder haben sich zusammengezogen („Bollinger Squeeze“). Das bedeutet: Die Volatilität ist niedrig. Auf solche ruhigen Phasen folgt häufig wieder eine stärkere Kursbewegung – in welche Richtung, lässt sich aus den Bändern jedoch nicht zuverlässig ablesen.

Fazit

Bollinger-Bänder zeigen nicht einfach „kaufen“ oder „verkaufen“. Sie zeigen vor allem relative Kurslage und Volatilität. Sie liefern keine sichere Prognose zu Richtung oder Zeitpunkt einer Kursbewegung und sollten nicht isoliert verwendet werden.

Weiterführend: John Bollinger, Bollinger Bänder. Der einfache Weg, Kursverläufe zu bestimmen, FinanzBuch Verlag, München 2013.

Noch kein Depot? Kein Problem.

Sie haben bereits ein Konto bei einer Partnerbank des GENO Broker!

GENO Broker ist Teil der Genossenschaftlichen FinanzGruppe, daher benötigen sie lediglich ein Girokonto bei einer genossenschaftlichen Partnerbank.

Online-Depot eröffnen

Sie möchten wissen, ob Ihre Bank bereits Partner vom GENO Broker ist?

Ihre Genossenschaftsbank ist der Startpunkt in die digitale Welt des GENO Broker. Die Übersicht zu unseren Partnerbanken finden Sie hier.

Zur Übersicht

Bitte beachten Sie:
Die Angaben auf dieser Seite sind ausschließlich zur allgemeinen Information bestimmt und stellen keine Anlageberatung dar. Die erteilten Informationen haben keinen Bezug zu Ihren spezifischen Anlagezielen, zu Ihrer finanziellen Situation oder zu sonstigen bestimmten Umständen. Sie sind kein Angebot bzw. keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers oder eines sonstigen Finanzproduktes. Das gilt auch dann, wenn einzelne Emittenten oder Wertpapiere erwähnt werden. 
Eine auf Ihre individuellen Verhältnisse abgestellte anleger- und objektorientierte Beratung kann hierdurch nicht ersetzt werden. Detaillierte Informationen zu den Produkten sind den jeweils gesetzlich vorgeschriebenen Verkaufsunterlagen (z. B. Verkaufsprospekt, Basisinformationsblätter, Jahres- und Halbjahresberichte) zu entnehmen, die beim Emittenten in deutscher Sprache angefordert werden können.
 
Risikohinweise:
Wertpapiere unterliegen Kursschwankungen und damit sind Kursverluste bis zum Totalverlust möglich. Zudem besteht ein Emittentenrisiko. Bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten können Verluste bis zum Totalverlust eintreten. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Bei Performanceangaben handelt es sich um Bruttowertangaben, bei denen Provisionen, Gebühren und andere Entgelte nicht berücksichtigt werden. Falls Kurse in Fremdwährung notieren, kann die Rendite infolge von Währungsschwankungen steigen oder fallen.