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Künstliche Intelligenz entfacht weltweiten Rohstoff-Boom

Der KI- und IT-Boom ist nicht nur für Technologiekonzerne wie Nvidia, AMD oder Microsoft von Bedeutung. Der Ausbau der KI-Infrastruktur erzeugt auch einen erheblichen Rohstoffbedarf. KI ist zwar digital, ihre Infrastruktur ist jedoch physisch. Ein KI-Modell läuft nicht im wörtlichen Sinn „in der Cloud“ – es läuft auf Millionen von Kilometern Kabeln, in riesigen Rechenzentren, auf Chips und in Kühlsystemen. Dahinter steht eine leistungsfähige Strominfrastruktur aus Netzen und Kraftwerken. Und dafür werden viele Rohstoffe benötigt. Zu den wichtigsten zählt Kupfer.

Kupfer als Schlüsselmetall

Kupfer ist für den KI-Boom besonders interessant, da die eigentliche Rohstoffintensität nicht in den Grafikprozessoren (GPUs) selbst, sondern in der dahinterstehenden Infrastruktur steckt. Dazu gehören Stromleitungen, Transformatoren, Netzanschlüsse, Schaltanlagen, Kühlung und Rechenzentren. Eine im Jahr 2026 veröffentlichte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Kupfer 83 Prozent der insgesamt für den KI-Datencenter-Ausbau benötigten mineralischen Rohstoffe ausmacht und rund 64 Prozent des Kupferbedarfs dabei auf Übertragungs- und Verteilungsnetze entfallen. 

Stark steigende Nachfrage erwartet

Der weltgrößte Produzent von Kupfer ist der Bergbaukonzern BHP. In einer Insight-Studie geht das Unternehmen davon aus, dass die weltweite Nachfrage nach Kupfer langfristig vor allem durch Trends wie die Elektrifizierung, den Ausbau erneuerbarer Energien und die wachsende Bedeutung von Rechenzentren steigen wird. BHP erwartet, dass die weltweite Nachfrage nach Kupfer von etwa 34 Millionen Tonnen pro Jahr im Jahr 2026 auf über 50 Millionen Tonnen pro Jahr bis 2050 ansteigen wird – angetrieben durch traditionelles Wirtschaftswachstum (Wohnungsbau, elektrische und Haushaltsgeräte), die Energiewende (erneuerbare Energien und Elektrofahrzeuge) sowie die Digitalisierung (Künstliche Intelligenz und Rechenzentren). 

Kupferpreis auf Rekordhoch

Der Kupferpreis hat an der London Metal Exchange (LME) Anfang September 2026 mit einem Niveau von mehr als 14.600 US-Dollar je Tonne einen neuen Rekord erreicht. Zum Vergleich: Im Januar 2025 lag der Preis je Tonne an der LME lediglich bei 9.000 US-Dollar. Seither hat das Metall also mehr als 60 Prozent an Wert hinzugewonnen. 

Mehrere Ursachen für den Preisanstieg

Hintergrund für den Anstieg sind laut einem Bericht des Wall Street Journals einerseits akute Lieferengpässe infolge rückläufiger Fördermengen in wichtigen Produktionsländern wie Chile, Indonesien und der Demokratischen Republik Kongo. Andererseits sorgen Spekulationen über mögliche US-Strafzölle auf raffiniertes Kupfer für erhebliche Unruhe an den Märkten.

Die Rallye beim Kupferpreis wird laut dem Wall Street Journal zudem von langfristigen Nachfrageprognosen gestützt, etwa durch Investitionen in Stromnetze, KI-Infrastruktur und Elektromobilität im Zuge der Energiewende. Die Wirtschaftszeitung zitiert Analysten, die weiteres Aufwärtspotenzial beim Kupferpreis sehen, jedoch auch vor kurzfristigen Rückschlägen durch Gewinnmitnahmen oder Währungseffekte warnen. 

Weitere Schlüsselmaterialien

Nicht nur Kupfer, auch andere Metalle könnten durch KI- und IT-Boom einen Nachfrageschub erhalten. Dazu zählen zum Beispiel:

PalladiumPalladium wird bei der Herstellung von Mehrschicht-Keramikkondensatoren (MLCCs) verwendet, die für die Spannungsregelung und Signalfilterung in elektronischen Schaltungen unverzichtbar sind. Diese Kondensatoren sind entscheidend für die Stabilität und Funktionsfähigkeit integrierter Schaltkreise in Smartphones, Fahrzeugen und Computergeräten.
SilberSilber ist das Metall mit der höchsten Leitfähigkeit und wird in speziellen integrierten Schaltkreisen und Leiterplatten verwendet. Seine hohe Leitfähigkeit ermöglicht eine schnellere Signalübertragung und eine höhere Energieeffizienz.
GalliumGallium wird in Verbindungshalbleitern wie Galliumarsenid (GaAs) und Galliumnitrid (GaN) verwendet. Diese Materialien übertreffen Silizium in Hochfrequenz-, Hochleistungs- und optoelektronischen Anwendungen. GaAs kommt in Mobiltelefonen und Satellitensystemen zum Einsatz, während GaN aufgrund seiner hervorragenden Effizienz und Hitzebeständigkeit für die 5G-Infrastruktur, die Leistungselektronik und KI-Hardware von entscheidender Bedeutung ist.
Kobalt

Kobalt wird in den Metallisierungsprozessen der Halbleiterfertigung eingesetzt. Es bildet zuverlässige Verbindungen und verbessert die Leistung von Logik- und Speicherchips. Kobalt bietet eine bessere Beständigkeit gegen Elektromigration und wird zunehmend in fortschrittlichen Halbleiter-Prozessknoten verwendet, um Langlebigkeit und Effizienz zu gewährleisten.

SiliziumSilizium ist der Grundwerkstoff, der in den meisten Halbleitern und integrierten Schaltkreisen verwendet wird. Aufgrund seiner hervorragenden halbleitenden Eigenschaften und der Möglichkeit, es im Nanobereich präzise zu bearbeiten, bildet es die Grundlage fast aller Mikrochips. Obwohl es in der Natur reichlich vorkommt, ist für die Elektronik nur hochreines Silizium geeignet.

In Kupfer und andere Metalle investieren

Wer in Metalle investieren möchte, hat mehrere Möglichkeiten. Dazu zählen etwa Investments in Bergbau- bzw. Minenaktien. Damit sind Anleger an Unternehmen beteiligt, die Metalle fördern. In der Regel weisen diese Aktien einen gewissen Gleichlauf zur Entwicklung der Metallpreise auf, gleichwohl kann ihr Kurs aufgrund von Unternehmens-, Länder- und Betriebsrisiken davon abweichen. Eine weitere Möglichkeit sind Minen-ETFs. Dadurch lässt sich das Risiko auf mehrere Bergbauunternehmen verteilen. Direkt an den Metallpreis gekoppelt sind aber auch diese Investments nicht. Eine solche Kopplung ermöglichen Zertifikate oder Exchange Traded Products (ETPs), die sich direkt auf den betreffenden Rohstoffpreis beziehen. Allerdings sind solche Anlagen etwas komplexer, da in der Regel Terminkontrakte (Futures) auf den Rohstoff genutzt werden, um eine Partizipation zu ermöglichen. Grundsätzlich gilt: Jede der genannten Anlageformen hat ihre Vor- und Nachteile. Verluste können nicht ausgeschlossen werden. Auf der anderen Seite besteht die Chance, von weiteren Preissteigerungen bei KI-relevanten Metallen und Mineralien zu profitieren.

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Beispiele für Anlagen

NameArtKursbezeichnung

BHP Group

Minen-
aktie

Die BHP Group ist ein börsennotiertes Rohstoff- und Bergbauunternehmen mit Sitz in Melbourne. Das Unternehmen konzentriert sich auf den Abbau von Industriemetallen (vor allem Eisenerz und Kupfer).

Southern Copper

Minen-

aktie

Die Southern Copper Corporation ist ein amerikanischer Bergbaukonzern im Besitz der Grupo México. Das Unternehmen baut vorwiegend Kupfer sowie als Nebenprodukte Molybdän, Zink und Silber ab.

Rio Tinto

Minen-
aktie

Die Rio Tinto Group ist ein Bergbauunternehmen mit Sitz in London und Melbourne, das sich hauptsächlich mit dem Abbau und der Produktion von Industriemetallen, vor allem Eisenerz, Aluminium und Kupfer beschäftigt.

State Street SPDR MSCI World Materials UCITS ETF

ETF

Das Ziel des ETFs ist die Nachbildung der Performance von Unternehmen des Sektors Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe in Industrieländern weltweit.

VanEck S&P Global Mining UCITS ETF

ETF

Engagement in führende globale Bergbauunternehmen. Umfasst Hersteller von Industrie- und Edelmetallen, einschließlich Kupfer, Nickel, Aluminium, Gold und Lithium.

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Anlegen in Rohstoffen – Nische oder Must-have?

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Eine auf Ihre individuellen Verhältnisse abgestellte anleger- und objektorientierte Beratung kann hierdurch nicht ersetzt werden. Detaillierte Informationen zu den Produkten sind den jeweils gesetzlich vorgeschriebenen Verkaufsunterlagen (z. B. Verkaufsprospekt, Basisinformationsblätter, Jahres- und Halbjahresberichte) zu entnehmen, die beim Emittenten in deutscher Sprache angefordert werden können.
 
Risikohinweise:
Wertpapiere unterliegen Kursschwankungen und damit sind Kursverluste bis zum Totalverlust möglich. Zudem besteht ein Emittentenrisiko. Bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten können Verluste bis zum Totalverlust eintreten. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Bei Performanceangaben handelt es sich um Bruttowertangaben, bei denen Provisionen, Gebühren und andere Entgelte nicht berücksichtigt werden. Falls Kurse in Fremdwährung notieren, kann die Rendite infolge von Währungsschwankungen steigen oder fallen.